Interrail – Vorbereitungen
Endlich mit Interrail durch Europa fahren! 🥳 Was du vorher bedenken solltest, findest du hier.
Das steht ja schon wirklich lange auf meiner Liste: Interrail-Pass kaufen, Zeit haben und einfach quer durch Europa fahren. Bisher hat das nie geklappt. Aber jetzt sind Sommerferien und ich habe beschlossen, dass ich in den Sommerferien nicht mehr als unbedingt nötig arbeite. Also kann man auch mal wegfahren.
Das Ticket
Ganz am Anfang muss man sich überlegen, welchen Pass man kauft. Das ist echt gar nicht so einfach, weil man ja auch wissen muss, wie viele Reisetage man eigentlich braucht. Und ob man nur gewisse Länder bucht, oder gleich ganz Europa. Also vielleicht sollte man doch vorher schon so einen groben Plan haben, was man eigentlich machen möchte. 🙈
Ich hatte nicht wirklich einen Plan. Schon gar nicht, als ich meinen Pass im November gekauft habe. Also habe ich mir im Sale zwei Pässe gekauft. 30 Reisetage am Stück und 15 Reisetage in 2 Monaten. Jeweils für ganz Europa. Konnte mich nicht so ganz entscheiden. So ausgereift waren die Pläne noch nicht mal bezüglich der Reisedauer… Aber wenn man nicht bei Interrail selbst bucht, sondern beispielsweise bei All Aboard kann man die Pässe auch kostenlos wieder zurückgeben. Also habe ich einfach beide gekauft. Gute Geldanlage oder so… Nachdem wir dann aber schlussendlich auf jeden Fall mindestens 16 Tage Zeit hatten und eher mehr als weniger Zugfahren wollten, habe ich dann den Monats-Pass eingelöst. Mal schauen, ob ich den anderen noch aufhebe, oder dann irgendwann zurückgebe. Gibt ja auch noch so Herbstferien. 😁
Und dann gibt es noch eine weitere sehr große Entscheidung: kauft man einen Pass für die zweite Klasse oder gibt man noch mehr Geld aus und fährt erstklassig. Die Entscheidung muss natürlich jede(r) für sich selbst treffen. Ich habe einen Pass für die erste Klasse gekauft. Aus verschiedenen Gründen:
- Ich reise in der Haupt-Reisezeit. Da wird es tendenziell voll und in der ersten Klasse ist es dann natürlich deutlich entspannter.
- Ich möchte mit dem Eurostar durch den Tunnel nach Großbritannien. Der ist sehr oft ausgebucht. Wenn ich ein erste-Klasse-Ticket habe, habe ich mehr Möglichkeiten, doch noch mitzukommen. Entweder halt in der ersten Klasse, oder in der zweiten Klasse. Wenn ich ein Ticket für die 2. Klasse habe, kann ich nur 2. Klasse fahren. Wenn die ausgebucht ist (und das passiert häufiger), habe ich Pech gehabt.
- Mit einem Ticket für die erste Klasse kann man häufiger in Lounges gehen. Gerade, wenn man unterwegs ist, finde ich es schon ganz entspannt, zwischendurch dann auch mal in so einer Lounge zu sitzen, auf den Zug zu warten, oder weiter zu planen, ein Klo und Getränke zu haben. In Deutschland habe ich die Lounges immer mehr zu schätzen gelernt.
Aber der Pass in der ersten Klasse ist natürlich auch nochmal genau 30% teurer (hab nachgerechnet. Für alle Pässe als Erwachsener oder Jugendlicher 🤓) – Aber wenn man sich überlegt, wie viel mehr man für ein 1.-Klasse-Ticket bei der DB zahlt… Hab das eben mal exemplarisch für ein Flexpreis-Ticket Berlin-München geschaut. Da sind es 83% oben drauf. Fast das Doppelte. Und dann fühlt es sich schon nach Schnäppchen an, wenn man die 30% mehr zahlt und dann 1. Klasse fahren darf. 😉

Die Vorbereitung
Zuerst sollte man sich grob überlegen, wo man hinmöchte. Für mich war dann klar, dass ich nach Großbritannien fahren will. Für den Eurostar sollte man sich möglichst früh eine Reservierung holen (zwei Wochen vorher war zum Start der Sommerferien nicht früh genug!) – oder auf LastMinute gehen und hoffen, dass kurz vor der Reise doch noch Kontingente frei werden. Hat in meinem Fall funktioniert. 😁
Auch sonst. Die Vorbereitungen sind natürlich super individuell, weil das natürlich sehr davon abhängt, was man vorhat und wie spontan man reisen möchte. Ich persönlich finde da etwas Spontanität ganz praktisch – bin ich aber natürlich mit meiner BC100 auch so gewohnt.
Was sollte man einpacken? Möglichst wenig. Wirklich. Wie oft ich Interrailer sehe, die kaum noch richtig laufen können, weil sie vorne und hinten einen großen Rucksack aufgesetzt haben. Ich hab auch so einen zu Hause und ich liebe ihn auch sehr. Aber wenn man damit mehr als eine Hin- und eine Rückfahrt macht, wird’s wirklich anstrengend. Und da wasche ich lieber einmal mehr mit Handwäsche oder im Waschsalon (und einige Hostels und Hotels haben auch eine Waschmaschine, die man für ein paar Münzen benutzen darf!) und reduziere mich dafür auf einen kleineren Rucksack. Vielleicht nehme ich mir demnächst mal die Zeit, aufzuschreiben, was ich so normalerweise mitnehme. Hab meine Packliste inzwischen doch ziemlich optimiert und vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, sich inspirieren zu lassen. 😊
Worüber man sich auf jeden Fall vor der Fahrt informieren sollte, sind Reservierungspflichten und die damit verbundenen Gebühren. Frankreich beispielsweise wird durch die Reservierungsgebühren richtig teuer.
Und ich finde ein Tracking richtig sinnvoll – die Interrail-App bietet da auch ein paar Möglichkeiten, aber viel mehr Möglichkeiten gibt es natürlich mit Träwelling oder Viaduct (oder noch besser in Kombination 😉). Also wenn du nicht eh schon deine Fahrten trackst, ist doch der Start deines Interrail-Passes eine gute Gelegenheit, endlich damit anzufangen. 😁
Los geht’s!
Also: Pass gekauft, Reservierung geholt (Achtung! Wenn man aus Deutschland ins Ausland möchte, gilt in den Sommermonaten normalerweise Reservierungspflicht in den ICEs!), Rucksack gepackt. Dann kann’s ja losgehen.
Beim Interrail-Pass sind normalerweise zwei „Outbound/inbound“-Fahrten dabei. Offiziell darf man also nur einmal Deutschland verlassen und dann wieder einmal nach Deutschland reinfahren. Als BC100-Kunde natürlich bisschen ärgerlich, denn den Teil in Deutschland hat man ja auf jeden Fall auch schon gezahlt. Aber viele der Grenzbahnhöfe liegen halt in Deutschland.
Auf die Schnelle hat die KI gezählt und kam auf 38 Grenzbahnhöfe innerhalb von Deutschland und 32 Grenzbahnhöfe, die schon nicht mehr in Deutschland sind. Aber mein Gefühl ist da nicht so überzeugt. Muss ich nochmal näher recherchieren.
Zurück zum Thema: Wenn man den Interrail-Pass als eine Reise nutzen möchte – von zu Hause, ins Ausland und irgendwann dann wieder zurück nach Hause – passt alles. Musst du eigentlich nichts mehr beachten. Wenn du eine BC100 hast und zwischendurch gerne auch mal durch Deutschland fahren möchtest, musst du bisschen darauf achten, dass du deine Grenz-Fahrten nicht verbrauchst. Du solltest also nicht mit deinem Interrail-Pass über die Grenze fahren. Am einfachsten geht das, wenn du mit deiner BC100 schon bis ins Ausland kommst. Wenn aber der Grenzbahnhof in Deutschland liegt, musst du den Grenzbahnhof halt ins Ausland legen. Für den deutschen Teil hast du ja schon eine Fahrkarte.
Und dann: genießen.
Es wird nicht alles glatt laufen (deshalb habe ich immer gerne ein bisschen mehr Flexibilität). Manches wird vor Ort nochmal ganz anders sein. Manche Reservierungen (Richtung Osten) kann man auch weiterhin nur vor Ort kaufen und dann kann es auch mal sein, dass man keine mehr bekommt. Da braucht man dann Puffer, einen Alternativ-Plan und gute Laune. Vielleicht ist auch mal ne Strecke gesperrt und man muss sich durch ein SEV-Konzept im Ausland kämpfen. Da ist dann natürlich die Frage, ob man reist um anzukommen (dann ist das alles ziemlich nervig) oder ob man reist um zu reisen und neue Eisenbahn-Netze kennenzulernen. Dann kann man das natürlich einfach unter „neue Erfahrung“ oder „Abenteuer“ abspeichern und hat eine Geschichte mehr, die man erzählen kann. 😉
