Zugstatistiken
Ich liebs ja schon sehr, meine vielen Fahrten irgendwie zu visualisieren. Jedes Jahr mache ich eine kleine Auswertung. Zahlen, Daten, Fakten: 2024 und 2025 habe ich das alles schon in Blogbeiträge verpackt. Ich tracke meine Fahrten mit Träwelling und Viaduct und beschließe jedes Mal, wenn meine BahnCard100 wieder abläuft, dass es sich finanziell vermutlich nicht lohnt, aber emotional dann doch.
Letztes Jahr war das Jahr, in dem ich am meisten gezweifelt habe, ob ich noch „genug“ fahre. Vollzeit berufstätig – und das ohne großen Pendel-Weg und ohne Nähe zur Eisenbahn. Und dann bin ich auch noch in eine Stadt gezogen, in der nur alle zwei Stunden ein ICE fährt... Aber so „schlecht“ war das Jahr dann gar nicht. Dieses Jahr war aber auch die Auswertung ein bisschen komplizierter, denn abgesehen von meiner BahnCard100 hatte ich ja auch noch einen Interrail-Pass (davon könnt ihr hier lesen). Deshalb hat sich auch meine Fahrtenkarte richtig schön verändert:
Ein bisschen schwer habe ich mich doch getan mit der Auswertung. Was darf rein, was nicht. Im Jahresrückblick im Dezember geht es ja eher darum, was ich alles gefahren bin – also alles. Aber jetzt geht es ja mehr darum, was meine BahnCard100 mir alles ermöglicht hat und ob sie sich „gelohnt“ hat. Also Interrail wird auf jeden Fall schon mal rausgerechnet. OK. Bleibt die Frage mit dem Regionalverkehr... Bis Ende September hatte ich noch über die Uni ein zusätzliches Deutschlandticket. Also das der BahnCard100 habe ich nur ein paar Tage genutzt. Und gleichzeitig habe ich es natürlich auch mitbezahlt. Für die nächste BahnCard100 hab ich jetzt kein Deutschlandticket mehr. Da werde ich dann das irgendwie mit einberechnen müssen oder so. Kann ich mir dann nächstes Jahr Gedanken machen. (Damit ist dann auch die Frage beantwortet, ob ich meine BahnCard100-Ära verlängert habe...)
Zu den Statistiken
Ich habe beschlossen, es gibt immer die Fernverkehrs-Daten (und wenn es spannend ist, gibts in Klammern auch noch die Daten mit Regionalverkehr)
Bezüglich der Verspätung gab es dieses Jahr eine große Besonderheit: Ich habe ungefähr 1 Stunde Verfrühung im Fernverkehr (und wenn man den Aachener ÖPNV mit einbezieht – es liegt wirklich fast ausschließlich an den Aachenern... sind es knapp 5 STUNDEN Verfrühung) Was macht man jetzt damit? Hebt das die Verspätung wieder auf? Das sind ja wirklich nicht nur ein paar Minütchen, die man vernachlässigen könnte... Naja. Deshalb gibt es jetzt eine eigene Kategorie dafür und bei Verspätung wird wirklich nur Verspätung gezählt. Verfrühung gilt dann als 0 Minuten verspätet.
FunFact am Rande: Ich war auch bei der GSMR-Störung an Board eines ICEs auf dem Weg von Köln nach Aachen. In Düren haben wir aufgegeben und sind auf Taxis umgestiegen. Also eigentlich müsste das meine größte Verspätung sein – zählt auch mit 156 Minuten in die Statistik, weil der ICE da dann doch noch angekommen ist. Ich war ungefähr zur gleichen Zeit dann mit dem Taxi zu Hause angekommen. Ein paar Minuten Verspätung habe ich mir da also dann doch gespart...
FunFact am Rande: Ich bin auch in Köln-Ehrenfeld zweimal in einen ICE ein- und zweimal aus einem ICE ausgestiegen. Ist ja eigentlich nicht so der Fernverkehrshalt...
Der Vergleich
Bis hierhin klingt alles ganz nett. Knapp 300 Fernverkehrs-Fahrten, eine Erdumrundung, einiges an Verspätung... Aber wenn man sich mal die Statistiken der letzten Jahre im Vergleich anschaut, merkt man schnell, dass ich wirklich gar nicht mehr zum Zugfahren komme... 🥺 Also das war mir ja schon vorher klar. Vollzeitstelle und so. Aber so schwarz auf weiß ist das schon nochmal traurig.
Das Ticket wird jedes Jahr ein bisschen teurer (immerhin: für die nächste BahnCard habe ich weiterhin nur knapp 5.000€ gezahlt!) und ich fahre plötzlich nicht mehr so viel. Also selbst, wenn man die 15€ pro Fahrt rechnen würde (was nicht ganz aufgeht, weil viele der Fahrten von Aachen nach Köln oder andersrum waren. Die kosten im Flexpreis zwar knapp 30€, aber ich würde ja dann eine BahnCard50 oder so besitzen und bestimmt nicht von Aachen nach Köln mit dem ICE fahren. Außerdem sind einige Fahrten von Köln nach Siegburg dabei. Das würde ich noch weniger mit dem ICE fahren. – Nächstes Jahr kann ich mir immerhin das Deutschlandticket schön rechnen 😅) also. Selbst wenn man die 15€ pro Fahrt rechnet, würde ich nicht auf den Preis der BahnCard kommen. 🥲
Und trotzdem eine Verlängerung?!
Ja. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen hatte ich die Auswertung noch nicht gemacht, als ich sie bestellt habe. 😂
Der viel wichtigere Grund ist aber, dass ich eben so viele ICE-Fahrten zwischen Aachen und Köln mache und nicht machen würde, wenn ich keine BahnCard100 hätte. Ich würde viele Freizeit-Termine in Köln nicht mehr wahrnehmen, weil ich nicht rechtzeitig nach Köln komme, oder weil ich danach noch über eine Stunde bis nach Hause brauche. Und zwischendurch mal für ne Stunde in Köln in der DB-Lounge zu warten, weil man Puffer eingeplant hat, den man dann doch nicht brauchte, ist auch entspannter, als durch die Straßen laufen zu müssen und billiger, als sich in ein Café zu setzen.
Und wenn wieder ein Teil der Strecke SEV ist, bin ich auch wirklich froh, mich in den ICE setzen zu können und einfach eine Umleitung zu fahren – und mich nicht in den überfüllten Bus quetschen zu müssen und so über die Autobahn zu brettern (dass da noch nichts passiert ist, ist auch ein Wunder...)
Also jetzt erstmal die neue digitale BahnCard100 nutzen und vielleicht wieder mehr fahren. Und wenn nicht, ist es vielleicht auch einfach ein teures Hobby, immer fahren zu können, wenn man möchte. Oder eine persönliche Subventionierung der Deutschen Bahn. Und ein eigenes Auto wäre im Unterhalt weiterhin teurer (ich hab mal beim ADAC geschaut, wie teuer so ein Auto ist, wenn man auch so Werkstatt und Wertverlust mit einberechnet 😳) und bei den steigenden Spritkosten muss ich mich als Bahnfahrer erstmal gar nicht aufregen. 😁